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woensdag 16 maart 2016

Der schmerzhafte Rosenkranz mit Benedikt. XVI - Jesus, der für uns mit Dornen gekrönt worden ist



Antonello da Messina, Ecce Homo (ca. 1473). Piacenza. Collegio Alberoni
Jesus, der für uns mit Dornen gekrönt worden ist

DER ALS PSEUDOKöNIG verurteilte Jesus wird verspottet, aber im Spott kommt auf grausame Weise Wahrheit zum Vorschein. Wie oft sind Insignien der Macht, die die Mächtigen der Welt tragen, Hohn auf die Wahrheit, auf die Gerechtigkeit, auf die Menschenwürde. Wie oft sind ihre Rituale und ihre groszen Worte in Wahrheit nichts als pompöse Lügen, Karikaturen des Auftrags, den ihnen ihr Amt gibt: im Dienst des Guten zu stehen.

Jesus, der Verspottete, der die Krone des Leidens trägt, ist gerade so der wahre König. Sein Zepter ist Gerechtigkeit (vgl. Psalm 45,7). Gerechtigkeit kostet Leiden in dieser Welt: Er, der wahre König, herrscht nicht durch Gewalt, sondern durch die Liebe, die für uns und mit uns leidet. Er nimmt das Kreuz auf sich – unser Kreuz, die Last des Menschseins, die Last der Welt. So geht er uns voran und zeigt uns, wie wir den Weg zum wirklichen Leben finden.

Herr, du hast dich verspotten und beschimpfen lassen. Hilf uns, dass wir nie in den Spott auf die Leidenden und die Schwachen einstimmen. Hilf uns, in den Erniedrigten, in den an den Rand Gestoszenen, dein Gesicht zu erkennen. Hilf uns, nicht vor dem Spott der Welt zurückzuschrecken, wenn der Gehorsam gegen deinen Willen verächtlich gemacht wird.

Du hast das Kreuz getragen und uns eingeladen, dir auf diesem Weg nachzufolgen (Matthäusevangelium 10,38). Hilf uns, das Kreuz anzunehmen, nicht in die Betäubungen zu flüchten, nicht zu murren und nicht finsteren Herzens zu werden ob der Mühsal unseres Lebens.
Hilf uns, den Weg der Liebe zu gehen – im Erleiden ihres Anspruchs zur wahren Freude zu kommen.

Kreuzweg am Kolosseum in Rom, 2005

maandag 14 maart 2016

Der schmerzhafte Rosenkranz mit Benedikt. XVI Jesus, der für uns gegeiszelt worden ist



«LIEBT EURE FEINDE» (Lukasevangelium 5,44) – eines der typischsten und stärksten Worte der Predigten Jesu … Was aber ist der Sinn dieses seines Wortes? Warum fordert Jesus, die eigenen Feinde zu lieben, also eine Liebe, die über die menschlichen Fähigkeiten hinausgeht?
In Wirklichkeit ist der Vorschlag Christi realistisch, denn er trägt der Tatsache Rechnung, dass es in der Welt zu viel Gewalt, zu viel Ungerechtigkeit gibt; eine solche Situation ist nur dann zu überwinden, wenn ihr ein Mehr an Liebe, ein Mehr an Güte entgegengesetzt wird. Dieses «Mehr» kommt von Gott: Es ist seine Barmherzigkeit, die in Jesus Fleisch geworden ist und die allein in der Welt den Schwerpunkt auf die Seite des Guten verlagern kann, ausgehend von jener kleinen und entscheidenden «Welt», die das Herz des Menschen ist.

Vor dem Angelusgebet, 18.2.2007

HERR, DU BIST ZUM TODE verurteilt worden, weil Menschenfurcht die Stimme des Gewissens erstickte. Die ganze Geschichte hindurch werden so immer wieder die Unschuldigen geschlagen, verurteilt und getötet. Wie oft haben wir selbst den Erfolg der Wahrheit, unser Ansehen der Gerechtigkeit vorgezogen. Gib der leisen Stimme des Gewissens, deiner Stimme, Macht in unserem Leben. Schau mich an, wie du Petrus nach der Verleugnung angesehen hast. Lass deinen Blick in unsere Seele dringen und unserem Leben die Richtung geben. Denen, die am Karfreitag gegen dich geschrien hatten, hast du an Pfingsten die Erschütterung des Herzens und die Bekehrung geschenkt. So hast du uns allen Hoffnung gegeben. Schenke auch uns immer neu die Gnade der Bekehrung.

Kreuzweg am Kolosseum in Rom, Karfreitag 2005

zondag 13 maart 2016

Der schmerzhafte Rosenkranz mit Benedikt. XVI - Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat



DER EVANGELIST MATTHÄUS stellt uns den kurzen Dialog vor Augen, der im Abendmahlssaal zwischen Jesus und Judas stattfand. «Bin ich es etwa, Rabbi?», fragt der Verräter den göttlichen Meister, der vorausgesagt hatte: «Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten und ausliefern.» Lapidar die Antwort des Herrn: «Du sagst es» (vgl. Matthäusevangelium 26,14-25).
Der heilige Johannes seinerseits schlieszt die Erzählung von der Ankündigung des Verrats des Judas mit wenigen bedeutsamen Worten: «Es war aber Nacht» (Johannesevangelium 13,30).
Als der Verräter den Abendmahlssaal verlässt, verdichtet sich das Dunkel in seinem Herzen – es ist eine innere Nacht; im Herzen der anderen Jünger wächst die Verwirrung – auch sie gehen der Nacht entgegen -, während sich die Finsternis der Verlassenheit und des Hasses über dem Menschensohn verdichtet, der sich aufmacht, sein Opfer am Kreuz zu vollbringen. Jenes Geschenhen … ist der äuszerste Zusammenstosz zwischen Licht und Finsternis, zwischen Leben und Tod.
Auch wir müssen uns, im Bewusstsein unserer «Nacht», unserer Schuld und unserer Verantwortung in diesen Kontext hineinversetzen, wenn wir das Ostergeheimnis mit geistlichem Gewinn wiedererleben, wenn wir zum Licht des Herzens gelangen wollen durch dieses Geheimnis, das den zentralen Kern unseres Glaubens bildet … Die Liturgie [vom Gründonnerstag] lädt die Gläubigen [ nach der Feier der Abendmahlsmesse] dazu ein, in Anbetung des Allerheiligsten Sakraments zu verharren und die Agonie Jesu in Gethsemani nachzuerleben. Und wir sehen, wie die Jünger geschlafen haben und de Herrn allein lieszen.
Auch heute schlafen wir, seine Jünger, oft. In dieser Heiligen Nacht von Gethsemani wollen wir wachsam sein. Wir wollen den Herrn nicht allein lassen.

Generalaudienz, 4.4.2007

HERR … LASS UNS in den Stunden des Dunkels erkennen, dass du dennoch da bist. Lass uns nicht allein, wenn wir verzagen wollen. Hilf uns, dass wir dich nicht allein lassen. Gib uns die Treue, die standhält in der Verwirrung, und die Liebe, die dich gerade in deiner äuszersten Not umfängt.


Kreuzweg am Kolosseum in Rom, Karfreitag 2005